Elektrisch aufgeladene Haare – was macht man sofort?

Es passiert meistens dann, wenn es am ungelegensten ist. Kurz vor dem Verlassen des Hauses, direkt nach dem Ausziehen der Jacke, nach einer Autofahrt. Die Haare stehen ab, kleben ans Gesicht oder verteilen sich in alle Richtungen – und man hat weder Zeit noch die passenden Produkte zur Hand.

Was jetzt hilft, muss sofort und mit dem auskommen, was gerade da ist.

Die schnellsten Methoden ohne Vorbereitung

Hände kurz befeuchten und durchstreichen. Das ist der einfachste Weg und funktioniert fast immer. Nicht nasse, sondern leicht feuchte Hände – einmal ruhig von oben durch die Längen fahren. Die Feuchtigkeit gleicht die Ladung aus, die Strähnen legen sich an. Kein Produkt, kein Aufwand.

Ein Metallobjekt berühren. Türklinke, Heizkörper, Schlüssel, Handlauf – irgendetwas aus Metall. Das entlädt die aufgebaute elektrostatische Spannung direkt über die Haut. Klingt nach Volksweisheit, ist aber tatsächlich das, was physikalisch dahintersteckt. Mehr dazu, wie das genau funktioniert, erklärt der Artikel über statische Haare entladen.

Handcreme. Wenn eine Tube Handcreme in der Nähe ist – eine kleine Menge in die Handflächen geben, verreiben, dann sanft über das Haar streichen. Nicht durch die Haare kämmen, nur drüberstreichen. Die Creme gibt Feuchtigkeit ab und legt fliegende Strähnen sofort an.

Ein Trocknertuch (Dryer Sheet). Wer eines im Haushalt hat – einmal leicht über das Haar streichen, auch über die Bürste. Das neutralisiert die Ladung überraschend effektiv. Im angloamerikanischen Raum ist das ein verbreiteter Trick, hierzulande noch weniger bekannt.

Was wenn man unterwegs ist?

Im Büro, in der Umkleidekabine, auf Reisen – da ist meistens gar nichts zur Hand außer dem, was man am Körper trägt.

Feuchte Hände funktionieren überall, wo es ein Waschbecken gibt. Das ist realistisch gesehen die verlässlichste Sofortlösung in jeder Situation.

Wer eine Handcreme in der Tasche trägt – und das tun viele im Winter ohnehin – hat damit gleichzeitig ein schnelles Mittel gegen fliegende Haare dabei. Das ist ein Nebennutzen, der sich lohnt.

Wer regelmäßig unterwegs mit statischen Haaren kämpft, findet im Artikel über statische Haare im Büro und unterwegs weitere konkrete Tipps für genau diese Situationen.

Was nicht hilft – oder es schlimmer macht

Trockenes Kämmen bei stark aufgeladenen Haaren verstärkt das Problem meistens. Jeder Kämmzug erzeugt neue Reibung, besonders bei Plastikkämmen. Wenn man kämmen muss, dann mit feuchten Händen oder nach dem Befeuchten der Haare.

Normales Haarspray direkt auf fliegende Strähnen gesprüht kann die Situation kurzfristig verschlimmern – die Strähne wird zwar fixiert, aber oft in einer abstehenden Position. Besser: Haarspray mit Abstand und von oben über den ganzen Kopf verteilen, nicht punktuell aufsprühen.

Und wer denkt, einfach noch mehr zu föhnen löst das Problem – meist tut es das Gegenteil. Nachhitze trocknet das Haar weiter aus und erhöht die Aufladung.

Für den Moment reicht das

Die gute Nachricht: Elektrisch aufgeladene Haare sind schnell zu beruhigen, wenn man weiß, was man tut. Feuchte Hände, ein Metallobjekt, etwas Handcreme – mehr braucht es in den meisten Fällen nicht.

Wer das Problem dauerhaft lösen möchte, kommt irgendwann an der Pflegeroutine und den verwendeten Materialien nicht vorbei. Aber für den konkreten Moment sind diese Sofortmaßnahmen zuverlässig genug.